Meerjungfrauen kocht man nicht!

Weiß gar nicht, wie lange ich schon ein heimlicher Fan von Kochshows bin, aber knapp 20 Jahre dürften es schon sein. Wenn man dann so überlegt, dass ich in diesem Jahr erst 30 werde, ist das so zu sagen fast mein Leben lang.

Gestern Abend habe ich dann meine erste Live Kochshow besucht. Und ich muss sagen, ich wurde sehr gut unterhalten.

Wenn man so will fing meine Begeisterung, wenn man es denn so nennen will, für Kochsendungen im zarten Kindesalter an, als bei Bim Bam Bino dezent gestreute Kochbeiträge eingestreut wurden. Alle die in meiner Altersgruppe sind, werden sich vielleicht auch noch daran erinnern. Für die, die es nicht wissen, Bim Bam Bino war eine Maus-Stoffpuppe, ähnlich der Muppets, die Kinder damals durchs Zeichentrickprogramm auf Tele 5 und später auf Kabel 1 mit kleinen Moderationen führte. Unter uns gesagt, damals liefen die wohl besten Kinderzeichentrickserien, die jemals produziert wurden.

Naja, wie gesagt gab es dann auch ab und zu kleine Kochtipps mit Gerda Aurich, die Kinder mit einfachen Rezepten ans Kochen heranführen sollten. Wer Frau Aurich vermisst, kann sie übrigens regelmäßig auf dem Sender Bon Gusto sehen. Mein Interesse an den Kochsendungen war also geweckt, wollte aber auch nicht so richtig aus mir herausbrechen.

Ein paar Jahre später gehörte dann alfredissimo!, eine Kochshow, bei der Alfred Biolek mit einem Prominenten Gast kocht, zu den Sendungen, die Standardmäßig zu meinem Fernsehkonsum zählten. Sicherlich eine Sendung, bei der ich nicht wirklich zur Zielgruppe gehörte, aber geschaut wird nun mal was gefällt.

Neben alfredissimo! wurden natürlich auch ein paar andere Kochsendungen unregelmäßig verfolgt, wo mir die Namen jedoch entfallen sind. Nach einigen Jahren flaute mein Konsum an Kochsendungen dann jedoch wieder ab. Die Leidenschaft wurde jedoch wieder durch das Perfekte Dinner, vor ein paar Jahren neu entfacht. Das Perfekte Dinner ist jetzt nicht wirklich eine klassische Kochsendung, aber sie unterhält mich und das ist es was zählt.

Daneben werden regelmäßig die Kocharena, Küchenschlacht und Topfgeldjäger geschaut. Die Kochprofis und Rach landen auch ab und zu auf der Mattscheibe, zählen aber nicht zu meinen Lieblingssendungen.

Auf jeden Fall hat mein Konsum an Kochshows gestern, wie eingangs erwähnt, eine neue Stufe erreicht. Zu Weihnachten habe ich Karten für die Show „Meerjungfrauen kocht man nicht!“ bekommen. Dabei handelt es sich um das aktuelle Bühnenprogramm des Fernsehkochs Steffen Henssler. Henssler kann man wohl als Shootingstar unter den TV-Köchen bezeichnen. Obwohl er schon knapp 10 Jahre unregelmäßig im Fernsehen kocht, kam der Durchbruch wohl erst vor knapp 3 Jahren und seit dem scheint es so, als ob sein Weg auf Platz 1 der TV-Köche nicht mehr lange auf sich warten lässt.

Steffen Henssler, der neben seinen zwei Restaurants in Hamburg auch zahlreiche Auftritte als Fernsehkoch absolviert, hat nun also auch eine eigene Bühnenshow. In einem, so weit ich das überblicken konnte, ausverkauften Kieler Schloss, konnte ich Herrn Henssler also live in Aktion erleben.

Neben den zu erwartenden Gerichten, die live gekocht wurden, wurde auch der ein oder andere Schwank aus Hensslers Leben und seinen Erlebnissen als Fernsehkoch erzählt. Dank frecher Hamburger Schnauze und entsprechend lustiger Darbietung, wurde ich in knapp zweieinhalb Stunden sehr gut unterhalten. Das Einbeziehen des Publikums, die mit Henssler zusammen gekocht haben, hat dann ebenfalls zu einem gelungen Abend beigetragen.

Abschließend bleibt mir nur zu sagen, dass ich den Besuch seiner Show uneingeschränkt empfehlen kann. Man muss sich jedoch auch für das Thema Kochen und ein wenig für das Leben von Steffen Henssler interessieren, ansonsten könnte der Abend vielleicht lang werden.

 

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